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HOTEL CALIFORNIA "ORANGE": RUHIG INMITTEN DER WOGEN

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Der Autor dieser Zeilen besitz das große Privileg, auf der schönen ostfriesischen Insel Borkum wohnhaft zu sein. Ihr Wappen zieren zwei Wale zur linken und ein Leuchtturm zur rechten Seite. Darüber ist ein Spruchband mit folgenden Worten ausgebreitet: "Mediis tranquillus in undis" - ruhig inmitten der Wogen. Ein passgenauer Satz für das Album "Orange" des norddeutschen Musikers Daniel Green, der sich zusammen mit seinem langjährigen partner in crime Carl Albrecht als Hotel California wieder zusammengeschlossen hatte.

Denn die 2020er Jahre zeichnen sich nämlich bis jetzt nur durch Krisen aus, seien sie pandemischer oder auch politischer und gesellschaftlicher Natur. Zwischen Corona-Updates, Querdenkern, Reichsbürgern, Genderproblematiken, #metoo, #blacklivesmatter und cancel culture bleibt eigentlich nicht mehr viel, was Freude bereitet. Da hilft vielleicht der unaufgeregte Blick Greens auf die Situation, die er natürlich miterlebt. Wie er UNTER.TON bereits im Frühjahr erzählt hat, stand er kurz vor den Dreharbeiten zu einem Musikvideo in der Hamburger Speicherstadt, ehe der erste Lockdown ausgerufen wurde.

In dieser surrealen Zeit, wo eine nicht sichtbare Gefahr die gesamte Menschheit zu bedrohen schien und den ganzen Erdenball für einen Moment zum Stillstand brachte, begann der Musiker, Songs zu schreiben - natürlich auch über Corona, über die Ungewissheit und die Angst, aber auch über die Rückbesinnung auf die einfachen Dinge des Lebens. Dem Virus hat der Musiker nur eines zu sagen: "Fuck Yourself". Doch trotz des Kraftausdrucks, der gleichzeitig titelgebend für die Nummer ist, bleibt Daniel Green, wie auch auf dem Rest der Platte, erstaunlich besonnen und ruhig.

Hotel California machen Singer/Songwriter-Musik klassischer Prägung, ohne großen Popanz, aber mit einer überbordenden Liebe für die Musik und die kleinen Alltäglichkeiten, die in Zeiten der Pandemie noch mehr Gewicht bekommen. So besingen sie in "Sommer Son" das Erwachen der Natur mit Beginn der Sommermonate und die daraus resultierende Leichtigkeit, die über jedes Virus und "social distancing" erhaben scheint. Es ist ein Stück, das Green wohl nicht so geschrieben hätte, wenn es Corona nicht gäbe, wie er selber sagte.

Auf "Orange" vereinen sich alle Gemütszustände, die man in dieser unsicheren Zeit erlebt hat. Von Angst über Hoffnung bis hin zum Richten des Fokus auf die schönen Dinge im Leben, geht Daniel Green mit Hotel California durch die Pandemie mit einer heilsamen Unaufgeregtheit, die es gerade jetzt braucht - auch und besonders im Hinblick auf den Öffnungsmarathon, der gerade stattfindet und nicht von jedem frenetisch bejubelt wird.

Ein bisschen mehr Ruhe, ein bisschen mehr Umsicht, ein bisschen mehr "mediis tranquillus in undis". Das täte momentan gut. Hotel California zeigen auf "Orange", wie es gehen kann. Sie trotzen den schwierigen Zeiten, die hohe Wellen schlagen, mit Bedacht und Gelassenheit.

||TEXT: DANIEL DRESSLER | DATUM: 29.06.21 | KONTAKT | WEITER: MONOLINK VS. ALESSANDRO CORTINI>

Webseite:
www.danielgreen.de

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COVER © DANIEL GREEN/TIMEZONE

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