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THE JOKE JAY "AWAKEN": KEINE KOMPROMISSE

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Nicht den leisesten Zweifel lassen The Joke Jay bei ihrem Erstling "Awaken" aufkommen. Alles an diesem Werk wirkt wie der große Wurf. Das beginnt schon mit dem enigmatischen wie ikonischen Artwork, das an die wunderbaren Ideen eines Storm Thorgerson erinnert, der für einen Großteil der Pink-Floyd-Plattencover verantwortlich zeichnete.

Die Anlehnung an die britischen Bombast-Rocker ist übrigens auch in anderer Hinsicht passend. Denn The Joke Jay haben sich für ihr erstes Album nicht lumpen lassen und gleich zwei Platten resprektive CDs bespielt. Macht in Summe stolze 21 Songs, die der Hörer da geboten bekommt. Damit widersetzt sich das Trio schon mal dem aktuellen Trend, die Alben kurz und knackig zu halten.

Das gleiche gilt auch für die Songs selber, die sich einen feuchten Kehricht dafür interessieren, dass der gemeine Popsong dieser Tage alles Überflüssige abschält und in kompakten zweieinhalb Minuten durcherzählt sein muss. Dem setzen sie gleich zu Beginn mit "Awake" ein Monstrum von siebeneinhalb Minuten hin. Bämm - das sitzt.

Wenn also alles schon auf Pomp und reich gedeckter Tafel hindeutet, muss natürlich auch der Inhalt entsprechend gustiös sein. Er ist es! Joke Jay, Olaf Wollschläger und Hilton Theissen haben das geformt, was man eine Supergroup nennen kann. Sänger Joke hat jahrelang als Mitglied von And One den Body Pop der Band maßgeblich mitbeeinflusst und auch solo einige beachtliche Songs erdacht, Olaf zeichnet sich durch seine hoch geschätzte Produzentenarbeit für diverse Synth-Pop-Acts aus und Hilton ist durch Zoodrake und Akanoid einem breiten Publikum bekannt geworden.


Das ist geballte Manpower, die sich nun in jeder Note manifestiert. Jokes alerter Gesang fügt sich hervorragend in die Nummern ein, die zwar stets ein elektronisches Fundament besitzen, aber auch immer wieder gerne schrammelige Gitarren einbauen oder wie bei "No Place Like Home" es mit der Grandezza diverser Bond-Titelsongs aufnehmen kann.

Die Hochglanz-Produktion funktioniert vor allem aufgrund des hochwertigen Songmaterials, hinter dem man das langjährige Wissen drei gestandener Musiker, die auch nicht mehr unbedingt irgendjemandem etwas beweisen wollen, vermutet. Stücke wie "Dead Planet" oder "Moonage Daydream" sind perfekt auf den Punkt komponierte Gassenhauer, die man einfach nur liebhaben kann. Und wenn wie in "Hello Mother Earth" oder dem abschließenden "A Starman Cannot Fall" überwältigendes David-Bowie-Feeling aufkommt, dann ist das kein Zufall. Sicherlich zählt der Künstler zu den großen Vorbildern der drei Mannen.

The Joke Jay nun mit dem großen Pop-Alien zu vergleichen, ist sicherlich vermessen. Aber eines kann jetzt schon konstatiert werden: "Awaken" hat das Zeug dazu, gleichermaßen die elektronische Fraktion der Schwarzen Szene und auch den aufgeschlosseneren Teil des Mainstreams zu erreichen. Unter dem Strich bleibt aber die in Stein gemießelte Erkenntnis: The Joke Jay sind der heiße Scheiß in diesem Herbst.

||TEXT: DANIEL DRESSLER | DATUM: 05.11.21 | KONTAKT | WEITER: ISOLATION BERLIN VS. ELSA>

Webseite:
www.jokejay.de

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COVER © ECHOZONE/THE JOKE JAY

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