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B. ASHRA "THE SOUND OF DMT": BERAUSCHENDES KLANGRITUAL

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Der Mensch braucht anscheinend den Rausch. Das ist auch keine Frage der Herkunft. Während man üblicherweise der jamaikanischen Bevölkerung, sowie den Niederländer(inne)n eine hohe Affinität zum Cannabis-Konsum attestiert, schwört ein Großteil Europas auf Nikotin und Alkohol, letzteres in unterschiedlicher Form dargereicht.

In Südamerika vertrauen die indigenen Völker des Amazonas dagegen einem besonderen Gebräu namens Ayahuasca. Dieser wird auch weniger als Rauschmittel in geselliger Runde verabreicht, sondern als Teil religiöser Zeremonien zur Bewusstseinserweiterung zu sich genommen. Längst ist dieses Getränk aber nicht mehr nur Sache der Ureinwohner Südamerikas. So hat bereits der spirituell begeisterte Pop-Musiker Sting seine Erfahrungen mit Ayahuasca der Öffentlichkeit mitgeteilt, und mittlerweile interessiert sich auch die Medizin für die Wirkungen dieses immer noch mysteriösen Zaubertranks.

All diejenigen, die mit bewusstseinserweiternden Substanzen wenig am Hut haben und auch sonst den drogeninduzierten Kontrollverlust scheuen, können über "The Sound Of DMT" wenigstens eine Ahnung davon erhalten, wie dieses Getränk wirkt. B. Ashra schafft es, mittels Field-Recordings, schamanisch-rituellen Gesängen, traditionellen Instrumenten und Synthesizer Dones, eine urwäldliche Atmosphäre zu schaffen, die aber von einer höheren, einer geistigen Realität durchdrungen ist.

Einmal mehr nutzt Bert Olke dafür die Kunst der kosmischen Oktavierung zur Darstellung von Dimethyltryptamin, dem berauschenden Stoff des Ayahuasca-Trunks. Vereinfacht bedeutet das, dass die Schwingungen dieses Moleküls jeweils um so viele Oktaven nach unten gerechnet werden, bis sie für das menschliche Gehör wahrnehmbar sind.

Von diesen Grundschwingungen aus werden die einzelnen Lieder erdacht, die sich allerdings in ein großes Ganzes einfügen. Das bedeutet: Auch wenn die Songs unterteilt sind, sollten sie am Stück gehört werden. Etwas mehr als eine Stunde lang entführt uns B. Ashra in ein tönernes Paralleluniversum, das so wundervoll wie seltsam zugleich ist.

Der Musiker provoziert auf seinem aktuellen Werk ein urwüchsiges Bild des Amazonas-Regenwaldes. Seine Kompositonen sind von der Mystik dieses Ortes durchsetzt. Die rituellen Gesänge deuten darauf hin, dass der Mensch auch hier ein Refugium geschaffen hat, aber eines, das perfekt im Einklang mit der Natur lebt und im Wechselspiel mit selbiger lebt. Da schwingt auch ein bisschen der Wunsch nach Erhalt dieser Regionen mit seinen einzigartigen Klängen und Wesen mit. Großzügig interpretiert, trägt "The Sound of DMT" vielleicht auch dem Umweltschutz auf indirekter Weise Rechnung.

Wie man "Sound Of DMT" nun erschließen möchte, und welche Gedanken sich aus dem auditiven Genuss dieses ebenfalls berauschenden Klangritual ergeben, mag jeder für sich herausfinden. B. Ashra, das haben schon frühere Alben gezeigt, macht Musik, der man offen gegenüber sein muss, und dessen wissenschaftlicher Background durchaus zum besseren Verständnis seiner Kompositionen beiträgt. Vor allem aber muss man sich von üblichen New-Age-Vorurteilen befreien, um zu verstehen, was er (und andere Musikerkollegen aus dem selben Betätigungsfeld) wirklich ausdrücken wollen. Nur so entfalten diese Stücke erst die gewünschte Wirkung. Bei "Sound Of DMT" ist es weniger eine halluzinogene als vor allem entspannende und karthatische.

|| TEXT: DANIEL DRESSLER| DATUM: 01.12.2020 | KONTAKT | WEITER: ALARMBABY "KILLAMÄDCHEN">

WEBSITES:
www.b-ashra.de
www.klangwirkstoff.de


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COVER © KLANGWIRKSTOFF/SILENZIO (B. Ashra)

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